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Über den ökologischen Landbau könnte man seitenweise Informationen schreiben, die anderswo schon Bücherweise vorliegen. Deswegen hier bei uns nur der Verweis auf die Seite des Biolandverbandes und darüber hinaus eine leider nicht allzu erfreuliche

 "Vision":

 Auch im Bio-Sektor wird, falls nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, Quantität schon bald vor Qualität stehen.

1.     Ökologischer Landbau ist nicht in erster Linie eine alternative Produktionsform, bei der man  die Fahne nach dem Wind dreht und mal eben das schnelle Geld machen kann, sondern vielmehr der Ausdruck der Lebensphilosophie des Betriebsleiters und seiner Familie. Deshalb sollten

2.    gerade jetzt in Zeiten des viel zitierten Bio-Booms sowohl Verbraucher als auch die Verantwortlichen des Lebensmitteleinzelhandels genau hinschauen, wo die Ware herkommt. Waren es in den letzten 20 Jahren fast ausschließlich die Idealisten der großen Anbauverbände, welche die Pionierarbeit des ökologischen Landbaus geleistet haben, so darf von nun an davon ausgegangen werden, dass auch die langjährigen Zweifler mit auf den BIO-Zug aufspringen werden. Das ist eigentlich zu begrüßen, denn jeder Quadratmeter mehr, der biologisch bewirtschaftet wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

3.   Doch etwas nur um des Geldes willen zu tun, war schon immer falsch und wird auch diesmal auf Dauer keine Zukunft haben. Deswegen sollte man sich als Betriebsleiter auch ganz und nicht nur halb zum ökologischen Landbau bekennen und bereit sein, seinen landwirtschaftlichen Betrieb komplett umzustellen. Nichts wirkt unglaubhafter, als Teilflächen eines Betriebes nach den Richtlinien der EU-Bioverordnung zu bewirtschaften und auf dem Rest des Betriebes weiterhin großflächig Pestizide und mineralische Düngemittel einzusetzen. Diese Vorgehensweise schafft erhebliches Potenzial an begründetem Misstrauen aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher.

4.     Anbauverbände wie BIOLAND, GÄA, NATURLAND,  DEMETER usw. gehen in ihren Verbandsrichtlinien, besonders in dem Punkt der gesamten Betriebsumstellung, über die halbherzige Forderung der EU-Bioverordnung hinaus und haben sich in den zurückliegenden Jahren zu Recht ein fundiertes Vertrauen beim Handel und den VerbraucherInnen erworben. Vor uns liegen mit der Ausrufung des Bio-Booms nun die Gefahren des ungezügelten Wettbewerbs, mit all seinen Nachteilen:

·        Ruinöser Preiskampf der Einzelhandelsketten und Discounter

·        Billig-Import von Ökoprodukten

·        Einführung interner Bio-Marken( Bio+, BioWertkost, NaturAktiv, BioBio, Bioness usw.), die nichts anders im Sinn haben, als den Markt der Bioprodukte unüberschaubar zu machen.    

·         „Massenproduktion“ auch von Bioware, um durch Kostenreduktion am Markt bestehen zu können.

Traditionell ökologische Denkweisen werden dem Diktat des Marktes und der Ökonomie geopfert. Mit Spannung darf darauf gewartet werden, wann die ersten Skandale die Bio-Branche erschüttern werden. Vielleicht wird sich die Spreu dann vom Weizen trennen!